Ängste. die schwarze Seite der Medaille.

Renate berichtet von ihrer Geschichte und aus ihrem Alltag:

mein erster erlernter Beruf war Floristin. Ich wohne in einer Kleinstadt mit 100 000 Einwohnern. Ich bin 40 Jahre alt und ledig.

Mein Kartäuser Kater ist mein ganzer Stolz. Ich schaue sehr gerne Kochsendung an und backe für mein Leben gerne.

Inzwischen bin ich ITlerin. Ich fühle mich von meinem Chef nicht anerkannt. Selbst bin ich in leitender Funktion. Meine Mitarbeiter finden meinen Ton manchmal sehr harsch und Oberlehrerhaft. Zur Zeit habe ich keine Freude an meiner Tätigkeit. Das ist auch der Grund, warum meine Ängste zugenommen haben.

Über meine schwarzen Tage mit der Angst möchte ich eigentlich nicht sprechen.

Angstzustände beeinträchtigen das Leben vieler Menschen.

Entsprechend zahlreich sind die auf dem Markt befindlichen Angst lösenden Medikamente. Leider lösen sie nur kurzfristig die Angst, das ursächliche Problem ist keineswegs gelöst. Es ändert sich ja grundsätzlich nichts an der Ursache und den Vorstellungen, vor denen man Ängste entwickelt. Am besten wäre es in der Vorstellung, man würde auf einen Knopf drücken und alle Beschwerden und Ängste wären verflogen.

Doch gibt es natürliche  psychotherapeutische und/oder Coachingansätze, die helfen, Selbstfürsorge anzuwenden, um zu lernen, Ängste zu überwinden.

Renate soll eine Präsentation halten:

Fachlich hatte Renate den Stoff  drauf. Aber je näher der Tag der Präsentation kommt, desto größter wird das Gespenst, dass ihr im Nacken sitzt.

Renate kann nachts nicht mehr schlafen. Sie steht auf, geht durchs Haus, legt sich wieder hin, steht wieder auf, so dass sie morgens wie gerädert zur Arbeitsstelle fährt. Den Mitarbeitern fühlt sie sich in dem Moment nicht gewachsen. Ihr Umgangston wird immer befehlsmäßiger. Keiner kann es ihr recht machen.

Sie beißt die Zähne zusammen, bis es knirscht. Ihr Herz rast und die Angst krabbelt ihren Hals herauf. Kennst Du solche Gefühle? Kennst Du, dass Du gerade nachts nicht schlafen kannst, weil Dir alle Situationen durch den Kopf gehen?

Das  „Kopfkino“ lässt sich nicht ausdrehen. Der  Schalter zum ausknipsen fehlt. Hilfe ist angesagt.

Ängste:

Neben vielen alltäglichen oder beruflichen Ängsten gibt es noch 100 spezifische Variationen wie Platzangst, Höhenangst, Prüfungsangst, Flugangst, Redeangst, Verlustangst, Bindungsangst, Existenzangst, soziale Phobie uvm. Wikipedia listet mehr als 500 Typen der Phobie.

Mein Zauberstab: 

Für Renate nähert sich der Termin für die Präsentation.Weil die Zeit drängte und Renate nur noch ein Häufchen elend war, habe ich ihr den Zauberstab-Trick erklärt.

Vielleicht ist das auch ein Tipp für dich :

Man nimmt eine Eieruhr, jedenfalls einen Zeitmesser, drehe ihn auf und bestimme die Zeit ob 60 oder 30 Minuten. In dieser Phase stelle Dir bitte die schrecklichsten Dinge vor als Beispiel vor, die passieren könnten: in Ohnmacht fallen, Wortfindungsstörungen, stottern, rot werden, alle Zuhörer tuscheln usw. Wenn die Zeit abgelaufen ist, hörst Du auch damit auf, dass Deine Gedanken sich im Kreis drehen.

Probiere aus, ob Dir das auf die Schnelle helfen könnte.

Befürchtungen:

Renate hatte Sorgen, dass die Präsentation nicht klappen könnte. Es ist ratsam, die Gedanken anstatt auf Horrorszenarien zu stellen, auf Erfolg-Visionen umzulenken. Denn bedenke, dass wir am ehesten das bekommen, worauf wir uns konzentrieren. Im Gehirn werden dafür entsprechende Verknüpfungen gelegt, die unsere Gedanken,  leider auch die Befürchtungen, eintreten lassen. Das wollen wir doch auf keinen Fall. Wir möchten dem kleinen Mann im Ohr verbieten, uns solche Dinge zu sagen. Stattdessen können wir ihm sagen: “ Ach, Du schon wieder. Wollen wir heute einmal etwas anderes versuchen?“

Die Angst zu verleugnen klappt nicht:

Ängste schleichen sich an allen Ecken und Enden und zu den unmöglichsten Zeiten wieder ein. Besonders gern, wenn wir sie überhaupt nicht gebrauchen können. Der Horror kommt sowieso, geben wir ihm also Raum – einen Raum für sich ganz allein. Gönnen wir ihm eine volle Viertelstunde! Eine Viertelstunde Horror und dann ist aber Schluss!

Positive Verstärkung: 

Renate hat die Präsentation gut vorbereitet. Sie hat sich ihre Freundin zur Unterstützung geholt und mit ihr geübt. Sie hat ihren Ersatzlaptop  eingepackt für den Fall, dass die Technik versagt.

Und wenn jemand sagt, sie sei schlecht zu verstehen, bittet sie ihn, weiter Vorne Platz zu nehmen.

Und immer, wenn eine Horrorvision durch die Hintertür zurückschleicht, sagt sie: „STOPP. Die Angst hatten wir schon. Punkt! Andere  positive Gedanken sind erwünscht. Und ein Anker befindet sich in der Jackentasche.

STOPP 

Wenn Du nicht Stopp sagst, wird es kein anderer für dich tun. Bleibe bei Dir. Du bist in diesem Fall gut vorbereitet. Du hast Deine Angst kennengelernt. Du bist mit ihr umgegangen. Und jetzt kommt die Kür.

Renate hat es geschafft:

Was soll ich sagen? Renate hat ihre Präsentation gut gemeistert. Sie ist ihren Ängsten auf die Spur gekommen. Das ist natürlich nicht nur mit der Eieruhr geschehen. Dazu hat es doch die ein- oder andere Coaching-Sitzung gegeben. Für sie hat es sich gelohnt, genau hinzuschauen.

Wenn Deine Ängste bedrohlich werden und Du nach Lösungsmöglichkeiten suchst, dann hole Dir  Unterstützung von außen. Coaching oder Therapie sind inzwischen salonfähig.

Denk`daran. Ängste sind alltäglich! Es kommt uns nur so vor, weil wir nicht gerne darüber sprechen. Wenn wir uns aber trauen, sie zu erzählen wirst Du erstaunt sein, wer noch von ihnen weiß.

Brigitte Jülich

Wenn Du Unterstützung wünscht, dann biete ich Dir ein Klärungsgespräch an:https://www.erfolg-orange.de/klaerungsgespraech/