„Meine Ängste bringen mich um den Verstand“.

„Meine Ängste bringen mich um den Verstand“.

„Meine Ängste bringen mich um den Verstand“.

 

Eine Geschichte aus meinem Arbeitsalltag.

„Meine Ängste bringen mich um den Verstand“, sagt ganz verzweifelt eine Klientin aus Düsseldorf. „Ich habe mir das alles so gut ausgedacht und geplant, aber dann wird die Angst immer größer und ich immer kleiner. Am liebsten würde ich ganz verschwinden“, erzählt sie dann und sinkt dabei auf ihrem Stuhl in sich zusammen, bis sie nur noch ein Häufchen Elend ist.

Angstzustände beeinträchtigen das Leben vieler Menschen.

Entsprechend zahlreich sind die auf dem Markt befindlichen Angst lösenden Medikamente. Leider lösen sie zwar kurzfristig die Angst, das ursächliche Problem ist keineswegs gelöst. Es ändert sich ja grundsätzlich nichts an der Ursache und den Vorstellungen, vor denen man Ängste entwickelt. Doch gibt es auch natürliche  psychotherapeutische und/oder Coachingansätze, die helfen, Selbstfürsorge anzuwenden, um zu lernen, Ängste zu überwinden.

 

Diesmal soll die Klientin eine Präsentation halten.

Fachlich hatte sie es drauf. Je näher der Tag kommt, desto größter wird das Gespenst, das ihr im Nacken sitzt. Schon kann sie nachts nicht schlafen. Sie beißt die Zähne zusammen, bis es knirscht. Ihr Herz rast, und die Angst krabbelt ihren Hals herauf. Vielleicht ist es Ihnen auch schon so ergangen.

Sie denken und denken und denken und das „Kopfkino“ ist nichts anderes als eine endlose Reihe von Ihren angsterfüllten Gedanken.

Neben vielen alltäglichen oder beruflichen Ängsten gibt es noch Hunderte spezifische Variationen wie PlatzangstHöhenangstPrüfungsangstFlugangstRedeangstVerlustangstBindungsangstExistenzangstsoziale Phobie uvm. Wikipedia listet mehr als 500 Typen der Phobie.

Was kann man auf die Schnelle tun?

Die Präsentation der Kundin ist schon bald. Und wir wissen alle, dass ein Mensch nicht in einer Woche zum fröhlichen Lebenskünstler wird.

Zuerst sollten wir uns erst verdeutlichen, dass unsere Befürchtungen meistens viel schlimmer sind, als die Realität je sein wird. Es ist ratsam die Gedanken anstatt auf Horrorszenarien auf Erfolg-Visionen umzulenken. Denn bedenken Sie, dass wir am ehesten das bekommen, worauf wir uns konzentrieren. Im Gehirn werden dafür entsprechende Verknüpfungen gelegt, die unsere Gedanken, leider auch die Befürchtungen eintreten lassen. Das wollen wir doch auf keinen Fall tun. Wir möchten dem kleinen Mann im Ohr verbieten, uns solche Dinge zu sagen. Stattdessen könnten wir ihm sagen:        “ Ach, Du schon wieder. Wollen wir heute einmal etwas anderes versuchen?“

 

Die Angst zu verleugnen ist kaum nützlich

Ängste schleichen sich an allen Ecken und Enden und zu den unmöglichsten Zeiten wieder ein. Besonders gern, wenn wir sie überhaupt nicht gebrauchen können. Der Horror kommt sowieso, geben wir ihm also Raum – einen Raum für sich ganz allein. Gönnen wir ihm eine volle Viertelstunde! Eine Viertelstunde Horror und dann ist aber Schluss! Sind Sie bereit?

 

Stellen Sie eine Zeitschaltuhr auf 15 Minuten

Stellen Sie sich die schlimmsten Dinge vor, die passieren werden. Malen Sie sich den Horror und Ihre Gefühle richtig aus. Fühlen Sie nach, wo sich die Angst bei Ihnen einnistet. Im Bauch? In der Brust, im Hals, im Kopf? Wenn die Uhr klingelt, hören Sie mit den Schreckensgedanken auf. Atmen Sie durch und wenden Sie sich freudvollen Gedanken zu.

 

Sagen Sie sich: „Ich schaffe die Präsentation“

Diese Präsentation habe ich gut vorbereitet. Ich werde sie mit einer Freundin im Unreinen üben. Ich nehme einen Ersatzlaptop mit, für den Fall, dass die Technik Schwierigkeiten macht. Wenn jemand sagt, ich sei schlecht zu verstehen, bitte ich ihn, sich weiter nach vorn zu setzen. Und wann immer eine Horrorvision durch die Hintertür zurückschleicht, sagen Sie: „STOPP. Die Horrorvisionen hatten wir schon. Die sind schon abgehakt“. Punkt! Andere Gedanken sind erwünscht.

 

Einfach STOPP sagen wirkt Wunder

Wenn Sie nicht Stopp sagen, wird es kein anderer für Sie tun. Und Sie wissen ja von Watzlawick, der das Buch „Die Anleitung zum Unglücklichsein“, geschrieben hat. Kennen Sie seine Geschichte vom Hammer? Darin geht es um die Vorwegname der Gedanken und des Tuns.

 

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, 

nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht´s mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er „Guten Tag“ sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie Ihren Hammer“.
(aus P. Watzlawick: Anleitung zum Unglücklich sein.)

 

Ich habe diese Geschichte mit dem Hammer extra für Sie ausgewählt. Sie soll verdeutlichen, wie unsere Gedankengänge unser Tun beeinflussen. Immer wenn ich an diese Geschichte denke, muss ich schmunzeln. Und mit Leichtigkeit lernt es sich doch viel besser.

Am Anfang wird Ihnen meine Herangehensweise fremd vorkommen. Was soll ich sagen? Die besagte Klientin hat ihre Präsentation gut gemeistert. Ihren Ängsten ist sie auf die Spur gekommen. Das ist natürlich nicht nur mit der Eieruhr geschehen. Dazu hat es doch die ein- oder andere Psychotherapiesitzung gegeben. Für sie hat es sich gelohnt, genau hinzuschauen.

Wenn Ihre Ängste bedrohlich werden und Sie nach Lösungsmöglichkeiten suchen, dann holen Sie sich Unterstützung von außen. Coaching oder Therapie sind inzwischen salonfähig. Denken Sie dabei an Abraham Lincoln:

„Wenn Du immer das tust, was Du immer getan hast,

wirst Du auch immer nur das bekommen, was Du immer schon bekommen hast.“

Ich traue Ihnen eine Menge zu.

Ihre Brigitte Jülich

 

Interessieren Sie sich für das Thema Entspannung im Alltag? Da habe ich etwas für Sie https://www.erfolg-orange.de/jetzt-kommen-sie-mal-runter-autogenes-training/

Haben Sie von meinen Klosterreisen gehört? Dann folgen Sie dem Link:https://www.erfolg-orange.de/produkt/lassen-sie-stress-und-alltag-hinter-sich-kraft-tanken-im-kloster/

 

2018-08-31T09:29:14+00:0025/07/2018|