Neid! Mach Dein eigenes Ding.

Neid! Mach Dein eigenes Ding.

Neid! Mach Dein eigenes Ding.

Ist Neid für Sie ein überflüssiges Gefühl? Leiden Männer und Frauen gleichermaßen unter Neid?

Ich berichte hier u.a. von meiner Neiderfahrung. Zusätzliche gebe ich meine Tipps mit an die Hand. Okay?

Hass darf man schon mal empfinden. Den lässt man Ihnen vielleicht durchgehen, zumindest wenn Sie tief verletzt wurden. Aber Neid? Neid ist ein Charakterfehler. So wurden wir jedenfalls alle sozialisiert. Warum stört er uns eigentlich? Und warum fühlen wir uns so getroffen, wenn er uns entgegenschlägt?

Laut Wikipedia: „Neid entsteht aus Schwäche, Kleinmut, mangelndem Selbstvertrauen, selbst empfundener Unterlegenheit und überspanntem Ehrgeiz. Deswegen verbirgt der Neider seinen unschönen Charakterzug schamhaft. Er lehnt lauthals ab, es dem Beneideten gleichzutun. […] geht es ihm an den Kragen, genießt der Neider stille Schadenfreude.“

Neid bezeichnet den Wunsch der neidenden Person, selbst über mindestens als gleichwertig empfundene Güter (materieller oder nichtmaterieller Art) wie die beneidete Person zu verfügen.

Die Psychiatrie kennt exzessiven Neid als Symptom bestimmter Formen der narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Das ist ein weites Feld, was ich hier allerdings nicht behandeln möchte – aber kenne.

Neidgefühle werden gefördert:

  • Wenn wir zu hohe Erwartungen an unser Leben stellen.
  • Wenn wir in einer Lebenskrise stecken.
  • Wenn wir ein geringes Selbstwertgefühl haben.
  • Wenn wir unsere Erfolge nicht anerkennen und unsere Fehler und Schwächen in den Mittelpunkt stellen.

Woher kommt Neid?

Neid sind oft negative Emotionen und können entstehen, wenn ein anderer mehr Dinge hat, als man selbst besitzt. Ein zentrales Motiv für Neid ist in der Regel immer ein „Benachteiligungsverdacht“ (denken Sie nur an die Geschwister).

Häufig strebt der Neider weniger danach, die beneideten Vorzüge zu erlangen, sondern danach, dass der (vermeintlich) „Bevorzugte“ diese auch nicht besitzt oder sie wieder verliert.

Aus psychoanalytischer Sicht ist Neid ein destruktiver Triebimpuls, der angeboren sei und schon beim Säugling in Erscheinung trete. Andere Schulen gehen davon aus, dass Neid nicht vor einem Alter von anderthalb Jahren auftritt.

Je nach Theorieschule gehen andere Theorien davon aus, dass Neid abhängig vom Selbstwert ist und daher schon gewisse Denkoperationen erfordere, (z.B. einen erwünschten Zustand phantasieren).

Das nur mal so als Hintergrundwissen.

Frauen & Männer

Man geht davon aus, dass sich männlicher Neid anders äußert als weiblicher. Frauen neigen dazu, mit Trauer und Depressivität zu reagieren. Das männliche Geschlecht reagiert stattdessen mit Wut und Aggressionen.
Auch das Neidobjekt unterscheidet sich: Während Männer vor allem Besitz und Erfolg begehrten, seien Frauen neidisch auf attraktivere Frauen. Hintergrund dafür sei unsere evolutionäre Geschichte, also lange vor unserer Geburt. Deshalb würden Männer bei der Partnerwahl besonders auf die Attraktivität der Frau achten. Frauen dagegen suchen bei ihrem Partner Sicherheit und Beständigkeit.

Darf man manchen Neidforschern glauben, dann findet man die meisten Neider im Freundes- und Bekanntenkreis.

Dass wir neidisch sind, geben wir allerdings nicht gerne zu.

Soziale Medien

Inwieweit tragen die Medien zum Neidgefühl bei?

In den Medien werden oft super Reiche abgebildet.
Cristiano Ronaldo, mit vollem Namen Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro, ist ein portugiesischer Fußballspieler, der Fußballspieler fällt mir da als Erster ein. Sein Gehabe, sein Verdienst und neulich erst wurde berichtet, dass er angeblich 20 000 € Trinkgeld für ein Mittagessen gegeben habe. Aber Ronaldo ist weit weg von meinem Leben, sodass ich auf ihn nicht neidisch bin. Ich würde mir ja für 20 000 € einen Pkw kaufen und kein Trinkgeld geben können.

Ich möchte hier meine erlebte Geschichte über Neid erzählen.

Lange Zeit war ich davon überzeugt, dass Frauen zusammenhalten. Wir mussten uns schon damals gegen die “ feindlichen“ Jungs durchsetzen. Und weil wir immer eine beste Freundin haben, mit der wir viel besser reden können als mit Männern war ich unvoreingenommen. An Neid habe ich in der Zeit nicht wirklich gedacht. Aber die Wirklichkeit ist manchmal ganz anders. So habe ich ungerne gelernt, dass Neid ein Weg sein kann.

Meine Geschichte ist etwas älter, aber immer noch präsent.

Seit Jahrzehnten arbeite ich als Therapeutin und Erfolgscoach. Eine Freundin, nenne sie hier mal Hulda, war neugierig und wollte meinen Stundensatz wissen. Ich habe noch nie ein Geheimnis aus meinem Honorar gemacht. Ich weiß auch, dass wir in Deutschland nicht gerne über Geld sprechen, aber ich gehe damit anders um. Und so nannte ich Hulda den Stundensatz.

Mit allem hätte ich gerechnet, aber nicht mit ihrer Reaktion: „Waaas? So viel? Du bist doch nicht Frau Asgodom.

Doch die Reaktion von Hulda stieß mich ganz schön vor den Kopf. Ich war auf dem anderen Dampfer. Ich hatte inzwischen viel über mich in allen möglichen Fortbildungen gelernt, dass ich stolz war, für mein Tun so bezahlt zu werden. Wieso freute sie sich nicht auch über meinen Erfolg? Zu der Zeit kannte ich Frau Asgodom nur flüchtig über die Medien. Ich fragte mich, und wer war denn diese Frau Asgodom, der Hulda mehr zutraute?

Das Thema nagte eine ganze Weile an mir. Aber dann wollte ich es wissen und beschloss, die Frau, die in den Augen der Freundin mehr verdienen durfte als ich, kennenzulernen. Zuerst mal las ich eins ihrer Bücher und war beeindruckt. Aber ich wollte auch sehen, wie sie arbeitet, und meldete mich für ein Seminar an. Wie der Zufall es wollte, rief die besagte Freundin Hulda just in dem Moment an, als ich meine Reise nach München antreten wollte. Sie fragte, wie es mir gehe. Ich berichtete, dass ich auf dem Weg zu Sabine Asgodom sei. „Was? Da fährst du hin? Die ist doch soooo teuer! Dass du dir das leisten kannst?!“ Dass die Freundin neidisch auf mich war, kapierte ich erst in diesem Augenblick. Aber das Gefühl wollte ich eigentlich gar nicht haben.

Mit ihren neidischen Bemerkungen hat sie bei mir sehr viel in Bewegung gesetzt. Regelrecht dankbar bin ich ihr dafür. Nicht nur, dass ich nach München gefahren bin und Sabine Asgodom erlebt habe, nein, ich habe auch gelernt, dass ich meinen Weg weitergehen werde und, dass er richtig und gut für mich ist. Ob ich wollte oder nicht, ich habe mich mit dem Thema Neid auseinandergesetzt.

Und was ist aus mir und Hulda geworden?

Unser Verhältnis hat sich erfreulicherweise gedreht. Nach meiner anfänglichen Haltung: Von der will ich nichts mehr wissen! Bin ich in die Handlung gekommen. Ich bin meinen Weg weitergegangen. Habe mir Gedanken gemacht, gelernt und nach einiger Zeit konnte ich Hulda auf das Gewesene ansprechen. Sie war im Nachhinein über ihre Heftigkeit sehr überrascht. Uns hat das Thema Neid wachsen lassen. Jede für sich. Stepp by Stepp.

Und wenn wir selbst neidisch sind?

Auf keinen Fall einfach übergehen. Auch in meinem Fall zeigt der Neid uns den Weg. Analysieren wir: Worauf genau sind wir neidisch? Wollen wir dasselbe wirklich auch? Wenn ja, wie erreichen wir es? Was ist der erste Schritt? Nur sich zerfressen zu lassen und gar nichts zu tun, wäre fatal.

Wen wir beneiden zeigt auch mein Beispiel mit Hulda. Wir beneiden den, der uns am nächsten steht. Wir vergleichen: den Angestellten und nicht den Chef, sondern denjenigen, mit dem er sich vergleichen kann.

Soziale Medien bieten eher Potenzial, um grundsätzlich neidisch zu machen. Eine Studie bestätigte, dass Facebook-Nutzer als Konsequenz auf Posts anderer Nutzer, negative Gefühle spüren würden. Ich bin mir da nicht so sicher. Von sozialen Medien lassen sich eventuell unsichere Menschen neidisch machen. Die meisten Nutzer wüssten aber, dass Menschen dort nur positive Dinge einstellten. Neid passiert oft im wahren Leben.

Neid motiviert viele Nutzer

Warum sind Menschen bei sozialen Netzwerken im Netz unterwegs? Vor allem aus Neid, stellen deutsche Forscher in einer Studie fest. Demnach entwickelt sich eine Wechselwirkung zwischen den Nutzern.

Frust, Unzufriedenheit, Neid: Soziale Netzwerke lösen einer Studie zufolge bei einem Teil ihrer Nutzer negative Gefühle aus. Über ein Drittel der von ihnen befragten Facebook-User fühle sich während und nach der Nutzung schlecht, haben Forscher der Technischen Universität Darmstadt und der Humboldt-Universität zu Berlin herausgefunden. Sie seien einsam, müde, traurig oder frustriert.

Als wesentlichen Grund sehen die Forscher den Neid auf die positiven Nachrichten der Facebook-Freunde. Die Forscher hatten knapp 600 Facebook-User in Deutschland befragt.

„Normalerweise beneidet man Leute, die einem ähnlich sind“, sagte Projektleiterin der Studie. Auf Facebook erfahren Nutzer mehr über andere, ihnen ähnliche Menschen, mit denen sie sich vergleichen können. „Die Bedingungen für einen sozialen Vergleich sind besser. Man kann besser sehen, wie man abschneidet.“

Um diese negativen Gefühle zu kompensieren, komme es zu einer ausgeprägteren Selbstpräsentation auf Facebook, die wiederum Neidgefühle bei anderen hervorrufe. Die Forscher sprechen von einer „Neidspirale“. Laut Krasnova führe dies auch dazu, dass die Nutzer ihr Leben positiver darstellten, als es tatsächlich sei.

Nehmen wir’s doch mal von der spaßigen Seite: „Na, Freund Neid, da bist Du ja wieder, was willst Du mir denn sagen?“

Wenn er uns ins Gesicht schlägt, lernen wir zweierlei: Wir können stolz sein, denn anscheinend haben wir etwas geleistet, um das uns jemand beneidet. Und wir können uns freuen, denn wir werden aufgerüttelt. Das eröffnet neue Wege.

Und denken Sie daran:

  1. Sie sind einzigartig.
  2. Konzentrieren Sie sich darauf, was Sie haben.
  3. Entscheiden Sie, in welche Richtung Sie gehen wollen.
  4. Neid ist der Weg. Wenn wir uns dem Gefühl stellen, kann etwas Großartiges entstehen.
  5. Neid als Gefühl darf sein und ist normal.
  6. Fühlen, wahrnehmen und angehen.
  7. Hilfe annehmen, wenn man sich unsicher ist, wohin der Weg gehen soll.
  8. Gefühle akzeptieren.
  9. Es lohnt sich immer, dem Gefühl auf die Spur zu geben.
  10. Lösungen entwickeln.
  11. Herzlichen Glückwunsch.

Nehmen wir es wie es Wilhelm Busch einmal ausdrückte:

Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.

Mein Tipp an die Leserschaft, bitte nicht aufgeben! Bleiben Sie dran. Suchen Sie Ihren eigenen Weg daraus.  Es lohnt sich auf jeden Fall.

Wann haben Sie sich Ihren letzten Neid gegönnt? Erzählen Sie mir davon? Merci.

Ihre Brigitte Jülich

 

 

2018-08-31T19:24:46+00:0017/08/2018|